Das Wesen der Tumorerkrankungen und deren Therapie aus anthroposophischer Sicht.

 

Nach dem anthroposophischen Welt- und Menschenbild Rudolf Steiners besteht der menschliche Organismus in seiner Ganzheit aus vier Seinsschichten bzw. sogenannten Wesensgliedern – dem physischen Leib; dem Ätherleib; dem Astralleib und dem geistigen Wesensglied ( ICH- Organisation ). Alles Wachstum – Zellaufbau, aber auch Zellabbau – verläuft geordnet durch sogenannte Bildekräfte. Das oberste Form- und Bildekräfteprinzip beim Menschen geht aus von der ICH-Organisation. Diese ist zuständig für die Wahrung der Integrität der Form des gesamten Organismus, wie auch der Organe im Einzelnen.

 

Der Tumorprozess ist : a) eine Entgleisung des Formprinzips      sowie

                                      b) Folge einer geschwächten Immunabwehr.

 

Zu a) : Die ICH-Organisation als oberstes Formprinzip kann am ehesten über die Wärme (u.U. Fieber) ordnend eingreifen in den Organismus.

Der moderne Mensch ist auf mehreren Ebenen in seiner Wärmeorganisation gestört und

geschwächt : auf der physischen Ebene  - oft unterdrückte Kinderkrankheiten, kein Fieber, kalte Hände, kalte Füße

                       auf der emotionalen Ebene - nicht zugelassene Begeisterung unterdrückte bzw. nicht zugelassene Emotion

                       auf der sozialen Ebene - Vereinsamung des Individuums (TV; Internet etc.)

 

Unser Zeitalter zeichnet sich aus durch ein durchgängiges Defizit an WÄRME – wir leben im Zeitalter der coolness !

 

Zu b) : Rhythmusverlust führt zur Regulationsstarre. Ebenso ist die Lebensweise des modernen Menschen extrem arrhythmisch geworden. Physiologischen Rhythmen wird keine Beachtung mehr geschenkt ( Essenseinnahme- fast food, jederzeit möglich; Schichtarbeit, Interkontinentalflüge - jet-lag etc.)

Das System der Grundregulation im weichen Bindegewebe – Ursprung unserer Immunabwehr – beinhaltet in Gewebsspalten, im Interstitium ca. 18 Liter extrazelluläre Flüssigkeit. Diese kann nur durch fortwährend rhythmische Impulse im Umlauf gehalten werden, sonst versackt sie. Es droht eine Regulationsstarre, welche eine Schwächung des Immunsystems bedeutet. Diese extrazelluläre Flüssigkeit muss im Umlauf gehalten werden, muss über Lymphkapillaren den Lymphbahnen, dem venösen Blutstrom wieder zugeführt werden, um so wieder über Leber, Niere, Haut und Lunge ausscheidungsfähig zu werden.

Dieses wieder in Umlauf-Kommen kann nur durch rhythmische Impulsierung geschehen, sei es durch rhythmische Organfunktionen, durch rhythmische Bewegung ( auch durch Emotionen z.B. Freude ausgelöste innere Bewegung) unterstützt durch rhythmische Lebensführung und – gestaltung.

 

So wie die zwei Säulen Wärme und Rhythmus bei der Tumorentstehung bzw. bei der Prävention zu beachten sind, so finden sie auch in einer anthroposophisch-orientierten Tumortherapie ihre Anwendung.